20 Grundregeln zur Mitarbeiterführung
All jenen, die meinen zu wissen, was Führung bedeutet, empfehle ich diese Regeln zur Überprüfung ihrer Position:
1. Seien Sie sparsam mit der Weitergabe
Ihres Wissens und Ihren Erfahrungen!
Nichts verschafft mehr Ansehen als
das geheimnisvolle Getue eines Gutin
formierten.
2. Lassen Sie Ihrer schlechten Laune
ruhig freien Lauf! Die einzelnen Mitarbeit
er haben dann Gelegenheit, sich Ihnen
anzupassen.
3. Verbreiten Sie oft und überall, dass
nur Sie alles Unangenehme und Schwere
erledigen müssen! Die Kollegen denken
sonst, Sie haben nicht genug zu tun, und
Ihre Mitarbeiter wissen gleich, daß nur Sie
die Aufgaben richtig erledigen können.
4. Verlieren Sie nicht Ihr Gesicht, indem
Sie sich informieren! Lassen Sie die Dinge
ruhig auf sich zukommen, es kommt dann
immer noch der Zeitpunkt, an dem Sie
sagen können, dass Sie nicht informiert
wurden.
5. Zeigen Sie, daß Sie kraft Ihrer
Stellung sich nicht an bestehenden Organi
sationsprinzipien zu halten brauchen!
Verteilen Sie Aufgaben nach Belieben und
ohne Rücksicht auf die bestehende Aufgaben
teilung oder delegieren Sie Aufgaben
an mehrere Mitarbeiter zugleich.
6. Pochen Sie immer wieder auf Ihre
früheren Erfahrungen! Erzählen Sie ständig
und ausführlich dieselben Geschichten
über Ihre vollbrachten Leistungen bei früh
eren Tätigkeiten. Ihre Mitarbeiter werden
das spannend finden.
7. Geben Sie niemals eigene Fehler zu.
Später könnte man mal darauf zurück
kommen. Aber tadeln Sie die Fehler Ihrer
Mitarbeiter! Sie können dabei ruhig grob
sein, denn auf diese Weise sieht man wie
ehrlich Sie sind.
8. Zögern Sie nicht zu schreien, denn
nur “Kriechernaturen“ sprechen sanft.
Besonders zu empfehlen sind Zurechtwei
sungen in Gegenwart Dritter.
9. Umgeben Sie sich mit einer großen
Zahl von Mitarbeitern! Parkinson schon
erkannte die Gesetzmäßigkeit wachsender
Abteilungen. Ihre Wichtigkeit wird an
der Zahl der Mitarbeiter gemessen. Diese
sorgen dann schon selbst für Arbeit.
10. Die Namen der Mitarbeiter sind
unwichtig! Soweit mehr als fünf unterstellte
Mitarbeiter vorhanden sind, macht es sich
gut, wenn Sie deren Namen vergessen
oder verwechseln. Sie haben schon ohnehin
genug im Kopf.
11. Nur wer mit einer Kündigung droht,
erhält eine Gehaltserhöhung! Auf diese
Weise ist ein für allemal sichergestellt,
wann ein Mitarbeiter eine Gehaltsverbesser
ung zu erwarten hat. Die Freude über
die Aufbesserung währt ohnehin nur kurze
Zeit.
12. Lassen Sie neu eingetretene Mitarb
eiter ruhig im eigenen Saft schmoren! Auf
sich selbst gestellt, lernen diese am ehesten
und besten, die Vorgänge im Betrieb zu
erfassen und zu deuten, und finden heraus,
was “wahr“ oder nur “Gerücht“ ist.
13. Sehen Sie in jedem neuen Mitarbeit
er immer etwas Negatives. Sie sind dann
nicht so enttäuscht, wenn die Dinge falsch
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Gelegenheit festzustellen, daß Sie wieder
einmal recht hatten.
14. Loben Sie niemals! Jeder kenn
Menschen, die, einmal gelobt, auf ihren
Lorbeeren ausruhen wollen.
15. Schicken Sie Ihre Mitarbeiter nicht
zu Fort- und Weiterbildungskursen! Die bei
diesen Gelegenheiten erworbenen Kennt
nisse können von Ihren Mitarbeitern nur
allzu leicht dazu benutzt werden, an Ihren
Schreibtischbeinen zu sägen oder bei ein
em Konkurrenzunternehmen unterzukomen.
16. Behalten Sie sich Besuche bei anderen
Unternehmen oder Teilnahme an Besprech
ungen selbst vor! Ihre Mitarbeiter
könnten dabei allzu leicht an Menschen
geraten, die sie auf andere als Ihnen
genehme Gedanken bringen könnten,
ganz abgesehen davon, daß diese
ihrer Alltagsmonotonie herauskommen
könnten.
17. Besetzen Sie höherwertige Stellen
mit neuen Mitarbeitern! Neue Mitarbeiter
sind zwar oft teurer als vorhandene, doch
bietet die Besetzung höherwertiger Stellen
mit neuen Leuten die Gewähr, daß die
Neuen auch die bessere Qualifikation
besitzen.
18. Kontrollieren Sie heimlich! Schaue
n Sie sich gelegentlich in und auf den
Schreibtischen Ihrer Mitarbeiter um. Diese
werden erstaunt sein über das, was Sie
alles wissen.
19. Messen Sie Vorschlägen zur Lösung
gewisser Probleme keine Bedeutung bei!
Sind die Vorschläge gut, dann verweisen
Sie auf Ihre Leistungen in ähnlichen Situat
ionen.
20. Würgen Sie Besserwisser ab! Machen
Sie jedem Mitarbeiter klar, was Sie vom
betrieblichen Vorschlagswesen halten.
Diese wissen dann, daß es besser ist,
wenn Sie Ihnen die Denkarbeit überlassen.
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